Eine kleine Geschichte der Künstlichen Intelligenz

Die Künstliche Intelligenz boomt – aber sie ist nicht vom Himmel gefallen. Was wir heute erleben, ist das Ergebnis von Gedanken und Tüfteleien genialer Vordenker. Eine kleine Geschichte der KI zeigt die wichtigsten Stationen - von Turing bis Watson. [...]

DIE KOMMERZIELLE WENDE: KI AB 2010
Die aktuelle KI-Phase startete etwa um 2010 mit der beginnenden Kommerzialisierung. KI-Anwendungen verließen die Forschungslabors und machten sich in Alltagsanwendungen breit. Insbesondere die KI-Gebiete maschinelles Lernen und Natural Language Processing boomen. Hinzu kommen neuronale Netze, die ihre zweite, diesmal sehr erfolgreiche Wiedergeburt erleben.
IBM Watson war 2011 Sieger in einem Wissensquiz mit menschlichen Kandidaten. IBM vermarktet Watson nun als kognitives System für verschiedene Einsatzbereiche. (c) IBM
Die Hauptursachen für die kommerzielle Wende waren verbesserte KI-Verfahren und leistungsfähigere Software und Hardware: Softwareseitig erwiesen sich die weiter entwickelten neuronalen Netze und vor allem eine Variante – Deep Learning – als sehr robust und vielseitig einsetzbar. Weitere Trends wie Multi-Core-Architekturen, verbesserte Algorithmen und superschnelle In-Memory-Datenbanken machten KI-Anwendungen gerade auch für den Unternehmensbereich attraktiv. Ein zusätzlicher Faktor ist auch die zunehmende Verfügbarkeit großer Mengen strukturierter und unstrukturierter Daten aus einer Vielzahl von Quellen wie Sensoren oder digitalisierten Dokumenten und Bildern, mit denen sich die Lernalgorithmen „trainieren“ lassen.
Im Zuge dieser verbesserten technischen und ökonomischen Möglichkeiten entdeckten auch die großen IT-Konzerne die KI: Den Grundstein legte 2011 IBM mit Watson. Watson kann natürliche Sprache verstehen und schwierige Fragen sehr schnell beantworten. 2011 konnte Watson in einem US-amerikanischen TV-Quiz zwei menschliche Kandidaten beeindruckend schlagen. In der Folge baute IBM Watson zu einem kognitiven System aus, das Algorithmen der natürlichen Sprachverarbeitung und des Information Retrieval, Methoden des maschinellen Lernens, der Wissensrepräsentation und der automatischen Inferenz vereinte. Inzwischen wurde Watson in verschiedenen Gebieten wie Medizin und Finanzwesen erfolgreich angewendet und IBM hat einen Großteil seines Business auf Watson ausgerichtet.
Maschine schlägt Mensch: 2016 besiegte Google’s Machine Learning System AlphaGo den Weltmeister im Spiel Go. (c) Google
Andere Big Player zogen nach. Google, Microsoft, Facebook, Amazon und Apple investieren viele Millionen in KI und stellen KI-Anwendungen und -Services bereit. Das vorläufig letzte große Event der KI-Geschichte ereignete sich im letzten Jahr. Im Januar 2016 schlägt Google’s AlphaGo den vermutlich weltbesten Go-Spieler mit 4 zu 1. Wegen der größeren Komplexität von Go im Vergleich zu Schach ist das japanische Brettspiel mit traditionellen Brute-Force-Algorithmen, wie sie noch Deep Blue verwendete, praktisch nicht bezwingbar. Deep Learning und andere aktuelle KI-Verfahren führten hier zum Erfolg.
*Dr. Klaus Manhart ist seit 1999 freier Fachautor für IT und Wissenschaft 


Mehr Artikel

News

Hightech-Crime-Report: Advanced Persistent Threats setzen Europa unter Druck

Mit einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahmen betrügerische Machenschaften 2024 weltweit zu. Europäische Finanzdienstleister waren mit 34 Prozent aller Betrugsfälle am stärksten betroffen, gefolgt von der Transportbranche und dem Regierungs- und Militärsektor. Auch bei Phishing-Angriffen setzte sich der Aufwärtstrend fort: Mehr als 80.000 Phishing-Websites wurden 2024 enttarnt – ein Anstieg um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. […]

News

Fünf Mythen über Managed Services 

Managed Services sind ein Erfolgsmodell. Trotzdem existieren nach wie vor einige Vorbehalte gegenüber externen IT-Services. Der IT-Dienstleister CGI beschreibt die fünf hartnäckigsten Mythen und erklärt, warum diese längst überholt sind. […]

News

ESET: MDR-Lösungen für Managed Service Provider

ESET erweitert sein Angebot für seine Managed Service Provider (MSP) und Channel-Partner, um sie angesichts der zunehmend komplexen Bedrohungslandschaft gezielt zu unterstützen. Die neuesten Ergänzungen umfassen den Service „ESET MDR für MSPs“, eine erweiterte KI-gestützte Bedrohungsanalyse durch den ESET AI Advisor sowie flexible Preismodelle für MSP. […]

News

Geniale Handy-Tricks

Smartphones haben etliche Funktionen, die kaum jemand nutzt, aber Ihren digitalen Alltag bereichern können. Wir stellen Ihnen eine Auswahl der besten Geheimtipps vor – sowohl für Android-Smartphones als auch für Apples iPhones. […]

Die Kombination aus interner Mobilität und Ressourcenbeschränkungen führt schnell zu einem Wildwuchs bei den vergebenen Privilegien. (c) Unsplash
Kommentar

6 Wege, wie Privilege Management die Sicherheitslage verbessert

Identitäten, Konten, Computer, Gruppen und andere Objekte benötigen gleichermaßen Zugang zu Ressourcen – limitiert auf die jeweilige Rolle und nur solange der Zugriff tatsächlich gebraucht wird. Dies ist ein grundlegender Bestandteil eines Zero Trust Least Privilege-Modelles und als solcher von AD-Administratoren, IT-Leitern, dem höheren Management und CISOs anerkannt. […]

David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, im Gespräch mit der ITWELT.at. (c) timeline / Rudi Handl
Interview

„Ein resilientes Unternehmen zeichnet sich durch größtmögliche Transparenz aus“

Transparenz, soweit im Sicherheitskontext möglich, ist für David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, ein wichtiger Bestandteil von Unternehmensresilienz. Das fördere die aus dem Verständnis folgende Unterstützung der Mitarbeitenden. Die unternehmerische Resilienz müsse nicht nur technisch, sondern auch kulturell verankert werden: „Denn Resilienz beginnt im Kopf jedes Einzelnen“, sagt Blum im Gespräch mit der ITWELT.at. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*