Fünf beliebte Virtualisierer für Linux im Vergleich

Egal ob Virtualbox, VMware oder Qemu- für Linux gibt es eine viele Möglichkeiten, um virtuelle PCs aufzusetzen. Hier werden die Wichtigsten vorgestellt. [...]

QEMU: IDEAL FÜR LINUX-SYSTEME

Als Virtualisierer kann Qemu die Hardware-Seitigen Virtualisierungsmethoden der CPU sowie KVM nutzen. Als Emulator ist Qemu naturgemäß langsam, kann aber fremde CPUs nachbilden. (c) tecchannel.de

Eine Virtualisierungs- und Emulationslösung, die Linux als Host- wie als Gastbetriebssystem favorisiert, ist Qemu, das mit vielen Neuerungen auf die Versionsnummer 2.0 gesprungen ist. Die Software ist Open Source (GNU General Public License) und stellt für virtuelle Maschinen die komplette Hardware eines PCs per Emulation nach. So ist es möglich, auch andere Prozessorplattformen nachzubilden, etwa einen ARMv7 unter einem Host-System, das auf einem Intel x86-Prozessor läuft. Die Analyse und Übersetzung der CPU-Befehle macht die virtuellen Systeme in diesem Fall aber erheblich langsamer. Qemu beherrscht aber wie Virtualbox und Vmware auch das native Ausführen von Befehlen auf einer CPU. In diesem Fall arbeitet Qemu dann nicht als Emulator, sondern als Virtualisierer.

Die Präferenz von Linux als Host-Betriebssystem liegt daran, dass Qemu ein bestimmtes Merkmal des Linux-Kernels direkt unterstützt: Die Kernel Virtual Machine (KVM) stellt eine Schnittstelle bereit zu den Prozessorerweiterungen AMD-V beziehungsweise Intel VT sowie zu einem Puffer für die Grafikausgabe und bietet damit schnelle Ausführungsgeschwindigkeiten für virtuelle Maschinen. Fehlt dieses Merkmal, dann greift Qemu wie auch bei seinen emulierten Geräten wie der VGA-Grafikkarte ohne Hardware-Beschleunigung und der Soundkarte auf die deutlich langsamere Software-Emulation zurück. Teile dieser Hardware-Emulation hat auch Virtualbox in seinen Quellcode übernommen.

Qemu ist in den verbreiteten Linux-Distributionen flott und unkompliziert über den jeweiligen Paketmanager installiert. Eine weitere Besonderheit ist, dass Qemu selbst nur ein Kommandozeilen-Tool ist. Für eine Verwaltungsoberfläche im Stil von Vmware Player und Virtualbox gibt es zusätzliche Programme. Der Virtual Machine Manager (siehe KVM) eignet sich auch für Qemu.

STECKBRIEF – QEMU 2.4.0
Kompatibilität: Qemu unterstützt Linux-Systeme ab Kernel-Version 2.6.24 (32-Bit und 64-Bit). Es emuliert virtuelle Hardware und funktioniert am besten mit Linux-Gästen. Qemu kann fremde CPU-Plattformen wie ARMv7 auf x86-Rechnern per Software emulieren, was naturgemäß langsam ist.

Download: Quelltext und Dokumentation unter http://wiki.qemu.org, Installation in Linux-Distributionen über deren Paketmanager
Preis:
kostenlos (Diverse Open-Source-Lizenzen)

*David Wolski arbeitet als freier Autor.


Mehr Artikel

News

Hightech-Crime-Report: Advanced Persistent Threats setzen Europa unter Druck

Mit einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahmen betrügerische Machenschaften 2024 weltweit zu. Europäische Finanzdienstleister waren mit 34 Prozent aller Betrugsfälle am stärksten betroffen, gefolgt von der Transportbranche und dem Regierungs- und Militärsektor. Auch bei Phishing-Angriffen setzte sich der Aufwärtstrend fort: Mehr als 80.000 Phishing-Websites wurden 2024 enttarnt – ein Anstieg um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. […]

News

Fünf Mythen über Managed Services 

Managed Services sind ein Erfolgsmodell. Trotzdem existieren nach wie vor einige Vorbehalte gegenüber externen IT-Services. Der IT-Dienstleister CGI beschreibt die fünf hartnäckigsten Mythen und erklärt, warum diese längst überholt sind. […]

News

ESET: MDR-Lösungen für Managed Service Provider

ESET erweitert sein Angebot für seine Managed Service Provider (MSP) und Channel-Partner, um sie angesichts der zunehmend komplexen Bedrohungslandschaft gezielt zu unterstützen. Die neuesten Ergänzungen umfassen den Service „ESET MDR für MSPs“, eine erweiterte KI-gestützte Bedrohungsanalyse durch den ESET AI Advisor sowie flexible Preismodelle für MSP. […]

News

Geniale Handy-Tricks

Smartphones haben etliche Funktionen, die kaum jemand nutzt, aber Ihren digitalen Alltag bereichern können. Wir stellen Ihnen eine Auswahl der besten Geheimtipps vor – sowohl für Android-Smartphones als auch für Apples iPhones. […]

Die Kombination aus interner Mobilität und Ressourcenbeschränkungen führt schnell zu einem Wildwuchs bei den vergebenen Privilegien. (c) Unsplash
Kommentar

6 Wege, wie Privilege Management die Sicherheitslage verbessert

Identitäten, Konten, Computer, Gruppen und andere Objekte benötigen gleichermaßen Zugang zu Ressourcen – limitiert auf die jeweilige Rolle und nur solange der Zugriff tatsächlich gebraucht wird. Dies ist ein grundlegender Bestandteil eines Zero Trust Least Privilege-Modelles und als solcher von AD-Administratoren, IT-Leitern, dem höheren Management und CISOs anerkannt. […]

David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, im Gespräch mit der ITWELT.at. (c) timeline / Rudi Handl
Interview

„Ein resilientes Unternehmen zeichnet sich durch größtmögliche Transparenz aus“

Transparenz, soweit im Sicherheitskontext möglich, ist für David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, ein wichtiger Bestandteil von Unternehmensresilienz. Das fördere die aus dem Verständnis folgende Unterstützung der Mitarbeitenden. Die unternehmerische Resilienz müsse nicht nur technisch, sondern auch kulturell verankert werden: „Denn Resilienz beginnt im Kopf jedes Einzelnen“, sagt Blum im Gespräch mit der ITWELT.at. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*