Schatten-IT bedrohlich und produktiv: Gefahr in der Grauzone

In jedem Unternehmen gibt es Schatten-IT-Systeme, an die die IT-Abteilung sofort heran müsste. Das zeigen Forschungen der HTWG Konstanz. Die von Mitarbeitern zusammengeschusterten Lösungen schaffen aber auch Mehrwert. Totale Unterdrückung ist deshalb keine gute Idee. [...]

Das hängt mit der nützlichen Seite der Schatten-IT zusammen. Der Mehrwert entsteht ja gerade dadurch, dass die Anwender aus Eigenantrieb die für sie relevanten Probleme lösen und bearbeiten. Darum ist es aus Sicht des Wissenschaftlers auch zwecklos, die Schatten-IT unterdrücken zu wollen. Der pragmatische Lösungsansatz lautet stattdessen, sie so weit wie möglich ins Licht zu rücken und gemeinsam für Transparenz zu sorgen. Die Risiken lassen sich nur minimieren, wenn die IT-Abteilung weiß, was die Mitarbeiter so alles treiben, und darauf ein Auge haben kann.
90 MINUTEN FÜR BESTANDSAUFNAHME
Der Aufwand für die Bestandsaufnahme ist laut Rentrop überschaubar. „Nach 90 Minuten Gespräch in einer Abteilung hatten wir eigentlich immer einen guten Überblick über den Status Quo“, berichtet der Forscher aus Konstanz. Insoweit sollten also auch CIOs in der Lage sein, schnell die benötigten Einblicke zu gewinnen.
Auch wenn Rentrop und sein Team fast durchweg eine große Offenheit auf Seiten der Fachabteilungen erlebten, kann es in der Praxis Kommunikationsbarrieren und Widerstände geben. In jedem Fall überlegen die Konstanzer Wissenschaftler, ihr Know-how bei der Schatten-IT-Analyse an interessierte Firmen weiterzugeben. „Wir denken durchaus an die Gründung eines Spin-Offs“, berichtet Rentrop.
* Werner Kurzlechner ist Redakteur der deutschen CIO.


Mehr Artikel

News

6 Grundsätze für eine KI-taugliche Datenbasis

Wer Künstliche Intelligenz nutzen will, muss über eine vertrauenswürdige Datengrundlage verfügen. Daten sind das Lebenselixier von KI-Systemen und bestimmen maßgeblich die Qualität und Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Nur so können KI-Modelle robust, anpassungsfähig und vertrauenswürdig arbeiten. […]

News

Cybersicherheitsbudgets werden falsch priorisiert

Der ICS/OT Cybersecurity Budget Report 2025 von OPSWAT deckt erhebliche Lücken in den Cybersicherheitsbudgets sowie einen Anstieg von ICS/OT-fokussierten Angriffen auf. Ferner wird deutlich, wie durch eine unzureichende Finanzierung, falsch gesetzte Prioritäten und uneinheitliche Abwehrmaßnahmen kritische Infrastrukturen immer raffinierteren Bedrohungen ausgesetzt sind. […]

News

Nach dem Hype: Diese vier KI-Trends werden 2025 weiterhin prägen

Die vergangenen zwei Jahre haben einen regelrechten KI-Boom erlebt. Insbesondere generative Modelle (GenAI) haben sich rasant weiterentwickelt und etablieren sich zunehmend als feste Größe in den Arbeitsprozessen von Organisationen weltweit. Angesichts dieser Dynamik fragen sich nun viele Unternehmen, welche Entwicklungen das Jahr 2025 bestimmen werden und welche Potenziale sich daraus ergeben. […]

News

Generative KI als Sicherheitsrisiko

Eine neue Studie von Netskope zeigt einen 30-fachen Anstieg der Daten, die von Unternehmensanwendern im letzten Jahr an GenAI-Apps (generative KI) gesendet wurden. Dazu gehören sensible Daten wie Quellcode, regulierte Daten, Passwörter und Schlüssel sowie geistiges Eigentum. Dies erhöht das Risiko von kostspieligen Sicherheitsverletzungen, Compliance-Verstößen und Diebstahl geistigen Eigentums erheblich. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*