SecurePIM Office im Test

Gerade mit Blick auf die wirksam werdende EU-DSGVO wird SecurePIM in Fachkreisen als DIE Alternative zu schwergewichtigen EMM-Suiten gehandelt. Die Container-Lösung verspricht Firmen sichere mobile Kommunikation ohne hohen Verwaltungsaufwand. [...]

Glaubt man aktuellen Studien, sind die Begriffe Enterprise Mobility Management (EMM) oder Mobile Device Management (MDM) gerade in kleinen bis mittelständigen Unternehmen vielfach noch ein Fremdwort, vom Einsatz entsprechender Lösungen ganz zu schweigen. Dies ist in vielerlei Hinsicht problematisch, da a) gerade in kleinen Betrieben häufig die Arbeit mit Smartphones oder Tablets organisiert wird und b) mit der ab Mai 2018 wirksamen EU-DSGVO Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen empfindlich geahndet werden können.
Die für Android und iOS angebotene SecurePIM-App bewahrt geschäftliche Informationen in einem gesicherten Container auf. (c) Virtual Solution
Wie bereits herausgestellt wurde, ist ohne EMM die Erfüllung der EU-DSGVO nur schwer möglich, insbesondere wenn die Nutzer Social-Media- und Chat-Anwendungen aus dem Consumer-Umfeld, wie WhatsApp, auf den Geräten verwenden. Doch man muss nicht immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen, besonders, wenn man auf den mobilen Endgeräten primär E-Mails und andere PIM-Daten nutzt, jedoch keine speziellen Business-Apps.
Hinzu kommt, dass der Einsatz einer EMM-Suite in vielen Fällen einen ganzen Schweif an Fragen und Problemen hinter sich her zieht. Wie gehen Mitarbeiter und Betriebsrat damit um? Welche Policies brauche ich? Erlaube ich private Nutzung via Cope oder ByoD? Setze ich auf Android oder iOS, Apple, Samsung oder verschiedene Anbieter? Nicht ganz unerheblich gerade in kleinen Firmen ohne (größere) IT-Abteilung ist auch die Frage, wer das Management der Lösung übernimmt.
Dass es auch einfach geht, beweist der Münchner Anbieter Virtual Solution mit SecurePIM Office. Die Container-Lösung ist in kurzer Zeit aufgesetzt und besteht aus einer App für Android und iOS, einer Web-basierten Management-Portal und optional noch aus einem Gateway. Sie ermöglicht es Mitarbeitern, vom Smartphone oder Tablet einfach und sicher auf geschäftliche Informationen wie E-Mail, Kalender, Kontakte, Aufgaben, Dokumente, Notizen und mehr zuzugreifen. Dabei werden sämtliche Unternehmensdaten hochgradig verschlüsselt in einem durch PIN, Passwort oder Fingerabdruck geschützten Sicherheitscontainer abgelegt – separat von privaten Daten.
MOBILES ARBEITEN LEICHT GEMACHT
In einem längeren Test auf Android- und iOS-Geräten erwies sich die Container-App als sehr intuitiv, pflegeleicht und absolut unauffällig. Vor allem zeigte sich dabei, dass SecurePIM völlig für die Arbeit von unterwegs ausreicht – vorausgesetzt, es werden keine speziellen Enterprise-Apps benötigt. Dank Office-Integration, integriertem Browser sowie eigener Kamera-App liegen dabei die Möglichkeiten über den üblichen Tätigkeiten wie Termine einsehen, Telefonieren oder Mails lesen und schreiben. Gleichzeitig kann das Unternehmen so sicherstellen, dass sensible Daten nicht den geschützten Bereich verlassen (MCM – Mobile Content Management).
SecurePIM Office unterstützt das mobile Arbeiten mit zahlreichen Funktionen. (c) Virtual Solution
Trotz des Fokus auf Security hat Virtual Solution dabei aber die Usability nicht vergessen. So unterstützt SecurePIM etwa – optional – die Entsperrung via TouchID/Fingerabdruck oder kann auf dem iPhone dank Callkit-Integration auch aus der Kontaktliste bekannte Anrufer identifizieren und anzeigen. Positiv fiel außerdem auf, dass der Nutzer in einem gewissen Rahmen selbst Einstellungen an der App (z.B. die Lockout Time verändern) vornehmen kann.

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ÜBERSICHTLICHE ADMIN-OBERFLÄCHE
Die Lösung kann wahlweise über ein MDM/EMM-System oder das Management-Portal von Virtual Solution verwaltet werden, letzteres gibt es – gegen Aufpreis – auch als Cloud-Version. Ähnlich wie die App ist auch das Portal einfach und übersichtlich gehalten, ohne aber wichtige Funktionen vorzuenthalten. So gibt es im Bereich Navigation ein Dashboard, in dem die wichtigsten Stati und ein Schnelleinstieg zum Anlegen neuer Benutzer vorgehalten werden. Im Abschnitt Konfiguration lassen sich dann die wichtigsten Einstellungen zu vornehmen – in Deutsch oder Englisch.
Auch hier wartet die Lösung mit einer guten Übersichtlichkeit und hohen Bedienfreudigkeit auf, ohne auf wichtige Funktionen verzichten. So kann man unter anderem im Portal Sicherheitszertifikate (Root-CAs und Intermediate-CAs) verwalten, File Gateways einrichten oder White- bzw. Blacklists, Proxy-Server und andere Sicherheits-Features für den integrierten Browser pflegen.
SecurePIM Benutzerdetails (c) computerwoche.de
Im Bereich Administration SecurePIM, der wahrscheinlich am häufigsten genutzte Teil des Portals, erhält der Administrator eine Übersicht angelegten Benutzer, Gruppen, Geräte und Zertifikate- jeweils mit Freitextsuche und Sortierfunktion. Der Bereich Administration Portal wiederum dreht sich voll und ganz um die Verwaltung der Lösung. Hier können unter anderem neue Admins angelegt und Rollen und Rechte vergeben werden. Außerdem werden im Abschnitt Auditierung sämtliche Aktionen von Administratoren und Geräten dokumentiert.

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FAZIT: GUT, ABER ETWAS TEUER
Wie der Test zeigte, ist SecurePIM durchaus geeignet, die in vielen Unternehmen noch bestehende Verwaltungslücke für mobile Endgeräte zu schließen. Die Lösung lässt sich sowohl auf Anwender- wie auf Admin-Seite gut bedienen und unterstützt praktisch alle benötigten Funktionen, ohne dabei zu komplex oder überfrachtet zu wirken.
Einen Haken gibt es dennoch: Virtual Solution ruft für SecurePIM Office einen Preis von 59 Euro pro Gerät und Jahr auf (plus 290 Euro für das Management Portal als Cloud Variante). Damit ist SecurePIM – selbst wenn man Mengenrabatte berücksichtigt – zum Teil sogar teurer als manche MDM- oder EMM-Suiten von bekannten Anbietern. Für Firmen, die bislang eher aus Kosten- denn aus Aufwandsgründen auf eine Management-Lösung für ihre Mobilgeräte verzichteten, ist SecurePIM damit zumindest auf den ersten Blick keine wirkliche Alternative.
*Manfred Bremmer beschäftigt sich für die computerwoche.de mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt

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