Bericht über Produktionsbedingungen in der Elektronikindustrie

In einem neuen Bericht zeigt das auf IT-Produkt-Zertifizierung spezialisierte Unternehmen TCO Development sowohl Fortschritte als auch fortwährende Probleme bei den Produktionsbedingungen in der Elektronikindustrie auf. [...]

Der Bericht von TCO Development mit dem Titel „Impacts and Insights“ misst die Auswirkungen neuer Kriterien im Jahr 2016 zur Ausweitung der Verantwortung von Markeneigentümern für die Arbeitsbedingungen innerhalb der Lieferkette, für Initiativen bezüglich Konfliktmineralien und für die Einbindung sichererer Chemikalien. Seit November 2015 verlangt die neue Generation der TCO-Zertifizierungen, dass Markeneigentümer mehr Gesamtverantwortung für die Regelbefolgung von Produkten und Fabriken übernehmen.
Der Bericht zeigt anhand einer Fallstudie an 16 Markeneigentümern im Vergleich zu 2013 verbesserte Arbeitsbedingungen in Fabriken, in denen TCO-zertifizierte Produkte hergestellt werden. Verbesserungen wurden in Bereichen wie Diskriminierung und Vereinigungsfreiheit beobachtet.
Weniger Zwangsarbeit, aber viele Überstunden
Sören Enholm, CEO von TCO Development, sagt dazu: „Wir sind wirklich froh, diese Verbesserungen in wichtigen Bereichen wie Diskriminierung und Zwangsarbeit in den Fabriken zu sehen, in denen zertifizierte Produkte hergestellt werden. Ein Thema, das allerdings immer wieder zur Sprache kommt, sind exzessive Überstunden. Wenngleich wir im Jahr 2016 einige Verbesserungen gesehen haben, ist dies eindeutig etwas, das auch in Zukunft unsere ständige Aufmerksamkeit erfordern wird.“
Die Lieferkette der Elektronikindustrie ist sehr komplex. „Markeninhaber sind optimal positioniert, um die gesamtheitliche Verantwortung für die soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu übernehmen, und die Follow-ups von TCO Development zeigen positive Wirkungen, wenn die Markeninhaber darüber Rechenschaft ablegen müssen“, sagt Bjorn-Erik Lonn, Chair Global Ecolabelling Network, GEN.
Paradigmenwechsel bei gefährlichen Chemikalien
Die neue Generation der TCO-Zertifizierung brachte auch einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der Verwendung von gefährlichen Chemikalien bei IT-Produkten. Die gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen der meisten heute verwendeten Chemikalien sind unbekannt. Um den Weg nach vorwärts zu ebnen, akzeptiert TCO Certified jetzt nur Flammschutzmittel, die unabhängig voneinander als sicherere Alternativen bewertet worden sind.
Die Macht der Konsumenten
Sowohl IT-Käufer als auch die Industrie nutzen TCO Certified, um verantwortungsbewusstere Entscheidungen zu treffen. Enholm fügt hinzu: „Die Käufer halten wirklich den Schlüssel in der Hand und die Markeninhaber wissen das. Indem Käufer TCO-zertifizierte Produkte verlangen, senden sie an die Industrie eine direkte Nachricht über die Bedeutung der sozialen und ökologischen Verantwortung.“


Mehr Artikel

News

Wie KI die Rolle von Entwicklern neu definiert

Der Einsatz künstlicher Intelligenz schreitet rasant voran und verändert die Art, wie Software konzipiert und programmiert wird. Aber macht KI bald Softwareentwickler überflüssig? Wie verändert sich der Beruf? Die Antwort ist klar: Die Rolle des Entwicklers verschwindet nicht, sie wandelt sich. […]

News

Gelebte Nachhaltigkeit

AfB social & green IT wird für die Wiener Städtische Versicherung und DONAU Versicherung 9.000 IT-Geräte (Notebooks & Monitore) wiederaufbereiten. Das Refurbishing-Projekt wird voraussichtlich 780.900 kg CO2 einsparen und sorgt für sechs inklusive Arbeitsplätze für Menschen mit einer Behinderung. […]

News

Smarte Roboter erobern die Fabrik

Die intelligente Fabrik ist längst Realität – und auch der „unwissende“ Roboter von einst gehört mehr und mehr der Vergangenheit an. Eine solche Fabrik zeichnet sich durch die Kombination verschiedener Technologien aus, die nahtlos ineinandergreifen. NTT DATA erklärt, welche Rolle KI und Edge Computing dabei spielen. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*