Der PaaS-Markt brummt

Laut Gartner sollen die Umsätze für den weltweiten Platfom-as-a-Service-Markt von 900 Millionen Dollar im Vorjahr auf 1,2 Milliarden Dollar steigen. "Von all den technischen Aspekten der Cloud sind Infrastruktur als Service (IaaS) und Software als Service (SaaS) am reifsten und stärksten etabliert, wohingegen PaaS am wenigsten weit entwickelt ist", erklärt der Fabrizio Biscotti, Research Director bei Gartner. "Aus diesem Grund wird sich der Kampf zwischen Anbietern und Produkten im Bereich PaaS am stärksten intensivieren." [...]

In die Kategorie PaaS fallen laut Gartner Suiten für die Anwendungs-Infrastruktur wie Application Platforms as a Service (aPaaS) oder Integration Platforms as a Services (iPaaS) sowie spezialisierte Dienste für die Anwendungs-Infrastruktur wie etwa Database Platform as a Service, Business Process Management Platform as a Service, Messaging as a Service und andere funktionale Arten von Middleware als Dienst aus der Cloud. Nutzer können die PaaS eines Cloud-Dienstleisters abonnieren oder ein cloud-fähiges Anwendungs-Infrastruktur-Produkt erwerben und darauf ihre eigene PaaS für die Nutzung in der Private Cloud (private PaaS) oder Public Cloud aufsetzen.

Die aktuell größten Segmente innerhalb des PaaS-Markts sind aPaaS mit 34,4 Prozent Anteil an den Umsätzen für 2012, gefolgt von Cloud Application Lifecycle Management (ALM) Services (almPaaS) mit zwölf Prozent, Cloud-BPM-Plattform-Dienste (bpmPaaS) mit 11,6 Prozent sowie iPaaS mit 11,4 Prozent. Gartner geht davon aus, dass der PaaS-Markt bis 2016 im Mittel um 360 Millionen Dollar wächst.

Mehr als 70 Prozent der PaaS-Funktionen fällt laut Gartner derzeit in den Bereich Application Infrastrucure and Middleware (AIM). Die Hersteller in diesem Bereich müssen demnach PaaS in eihren Angeboten berücksichtigen oder eine Strategie für Kunden entwickeln, um die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen, die für künftige Deployments an die Cloud denken. Zum jetzigen Zeitpunkt haben die größten AIM-Anbieter nur einen kleinen Anteil am PaaS-Markt (angeführt von Microsoft und einigen IBM-Zukäufen).

„Der grundsätzliche Vorteil von PaaS ist die Chance für ISVs und IT-Abteilungen, neue Software-Lösungen mit minimalem Kapitaleinsatz und ohne den Aufwand für Provisionierung und Konfiguration der unterliegenden Infrastruktur aufzusetzen“, kommentiert Yefim Natis, Distinguished Analyst bei Gartner. „Vielen kleinen und mittleren Unternehmen bietet PaaS außerdem die Möglichkeit, spannende neue Enabling Technologies zu nutzen, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Überdies treibt die Popularität von SaaS auch die Verbreitung von PaaS für die Anpassung, Erweiterung und Integration cloud-basierender Applikationen.“

Regional betrachtet findet die Nutzung von PaaS trotz wirtschaftlicher Unwägbarkeiten bislang fast ausschließlich in den ausgereiften Volkswirtschaften statt, die gleichzeitig auch die reifsten IT-Märkt sind. 42 Prozent des gegenwärtigen Marktvolumens entfallen auf die USA, gefolgt von Westeuropa und Mature Asia-Pacific. Insgesamt entfallen fast 90 Prozent der PaaS-Ausgaben auf die reifen Ökonomien. Mit steigendem Reifegrad der Technik und sich konsolidierender Anbieterlandschaft wird sich dieser Trend laut Gartner aber ändern und PaaS sukzessive auch Schwellenmärkte erobern.
*Thomas Cloer ist Redakteur unserer Schwesternzeitschrift Computerwoche.


Mehr Artikel

News

Datenschutzverstöße in Österreich nehmen zu

2024 kam es in Europa zu 130.000 Datenschutzverstößen – davon rund 1.300 in Österreich. Für Österreich bedeutet das einen Anstieg der Datenschutzverstöß von 21 Prozent im Vergleich mit dem Jahr 2023. Nur 4 Länder verzeichneten Rückgänge bei den Verstößen. Seit dem DSGVO-Start wurden in der EU 5,9 Milliarden Euro Bußgelder verhängt. […]

News

Best Practices zum Umgang mit Lookalike-Domains

Bei Cyberangriffen, die Lookalike-Domains nutzen, registrieren Angreifer für sich Domains, die legitimen Domains echter Unternehmen sehr ähnlich sehen. Nachdem sie sich die entsprechende Domain gesichert haben, beginnen sie dann, die dazugehörigen E-Mail-Server für eine E-Mail-Angriffskampagne herzurichten. […]

Raiffeisen Bank International etabliert internationales FinTech-Scout-Netzwerk. (c) Unsplash
News

RBI setzt auf globale FinTech-Scouts

Die Raiffeisen Bank International (RBI) verstärkt ihre Bemühungen im Bereich Finanzinnovationen durch die Etablierung eines global verteilten Teams von FinTech-Scouts. Diese Experten sollen Marktentwicklungen und neue Geschäftsmodelle aufzeigen sowie direkten Zugang zu relevanten Technologieanbietern weltweit ermöglichen. […]

News

Hightech-Crime-Report: Advanced Persistent Threats setzen Europa unter Druck

Mit einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahmen betrügerische Machenschaften 2024 weltweit zu. Europäische Finanzdienstleister waren mit 34 Prozent aller Betrugsfälle am stärksten betroffen, gefolgt von der Transportbranche und dem Regierungs- und Militärsektor. Auch bei Phishing-Angriffen setzte sich der Aufwärtstrend fort: Mehr als 80.000 Phishing-Websites wurden 2024 enttarnt – ein Anstieg um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*