Mottenauge: Vorbild gegen Touchscreen-Spiegelung

Geniale Beschichtung verspricht bessere Lesbarkeit bei greller Sonne. [...]

Forscher der University of Central Florida (UCF) haben eine Antireflexions-Beschichtung entwickelt, die eine bessere Lesbarkeit der Bildschirme von Smartphones oder Tablets auch bei hellem Sonnenlicht verspricht. Denn sie reduziert störende Lichtspiegelungen gegenüber derzeitigen Geräten dramatisch und soll Screens auch gleich sauberer halten. Inspiration für die im Journal „Optica“ vorgestellte Beschichtung war die Natur in Form des Mottenauges.

Sicht ohne Spiegelung

„Die Nutzung unserer flexiblen Antireflexions-Beschichtung bei Smartphones und Tablets wird Bildschirme hell und scharf machen, auch bei Nutzung im Freien“, so Projektleiter Shin-Tson Wu, Professor für Optik und Photonik an der UCF. Denn die Beschichtung reflektiert nur 0,23 Prozent des einfallenden Lichts, womit sie der UCF zufolge beispielsweise das iPhone um Längen schlägt. Dieses spiegele immerhin 4,4 Prozent des einfallenden Lichts. Bei direktem Sonnenlicht sorgt die Beschichtung so für ein mehr als viermal so hohes Kontrastverhältnis, im Schatten sogar für ein Zehnfaches. Das sorgt für bessere Lesbarkeit.

„Zudem ist unsere Beschichtung auch kratzfest und selbstreinigend, was Touchscreens vor Staub und Fingerabdrücken schützen würde“, betont Wu. Da gerade Fingerschmierer für viele Smartphone- und Tablet-User eine grobe Irritation sind, ist das ein potenziell großer Vorteil. Zu verdanken sind die selbstreinigenden Eigenschaften ebenso wie die geringe Spiegelung einer gleichmäßigen Struktur von jeweils rund 100 Nanometer großen Grübchen. Die Beschichtung ist dabei auch für jene flexiblen Bildschirme geeignet, die schon in naher Zukunft zusammenfaltbare Handys versprechen.

Mächtiges Mottenauge
Vorbild für die Struktur der Beschichtung sind Mottenaugen. Diese sind von einer entspiegelnden Struktur bedeckt, sodass die Tiere in der Nacht sehen können, ohne dass Augenreflexionen sie an Räuber verraten. Andere Forscher haben versucht, mit solchen Nanostrukturen die Ausbeute von Solarzellen zu verbessern. Wus Team hat den Ansatz nun auf Bildschirme übertragen. Eine wesentliche Herausforderung war dabei, eine Beschichtung für die relativ große Fläche eines Smartphones oder Tablets zu fertigen.

In ersten Tests hat sich der Ansatz bewährt. Die Beschichtung sollte dem Team zufolge auch relativ kostengünstig sein. Nun arbeiten die Forscher noch daran, die mechanischen Eigenschaften ihrer Beschichtung zu optimieren. Ein Schwerpunkt liegt darin, die optimale Balance zwischen Festigkeit und Flexibilität zu finden, damit sie möglichst lange auf Touchscreens hält. Außerdem hofft das Team, noch bessere optische Eigenschaften zu erzielen.


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