„PHADE“ verbindet Überwachungskameras mit Handys

Forscher der Purdue University (Indiana, USA) haben eine Technik entwickelt, mit der öffentliche Überwachungskameras personalisierte Nachrichten an Personen versenden können, ohne deren Privatsphäre zu gefährden. Anstelle von IP- oder MAC-Adresse des Ziels werden "PHADE"-Bewegungsmuster als Adresscode für die Kommunikation verwendet. [...]

Stadtverwaltungen könnten die Überwachungskameratechnik der Purdue Universität verwenden, um nicht aufmerksamem Fußgängern Warnungen vor heranfahrenden Autos auf ihr Handy zu schicken.
Stadtverwaltungen könnten die Überwachungskameratechnik der Purdue Universität verwenden, um nicht aufmerksamem Fußgängern Warnungen vor heranfahrenden Autos auf ihr Handy zu schicken. (c) He Wang

„Unsere Technologie ermöglicht das Senden von kundenspezifische Nachrichten an bestimmte Ziele über öffentlichen Kameras und ohne vorherige Registrierung. Das System dient als Brücke zwischen Überwachungskameras und Menschen und schützt zudem die Privatsphäre der Ziele“, erklärt Entwickler He Wang von der Purdue University in West Lafayette im US-Bundesstaat Indiana. Das PHADE-System arbeitet grundlegend mit einem Server, durch den es Videostreams von Kameras empfängt, um Personen zu verfolgen. Die Kamera erstellt eine Art Paket, indem sie eine Nachricht mit dem Adresscode verknüpft und das Paket anschließend überträgt.

Nach dem Empfang dieses Datenpakets nutzt das mobile Gerät des Ziels Sensoren, um daraus das Verhalten seines Besitzers abzuleiten und einen zweiten Adresscode zu kreieren. Wenn der zweite Adresscode mit dem Adresscode der ersten Analyse übereinstimmt, übermittelt das mobile Gerät die Nachricht automatisch an seinen Besitzer. PHADE würde sich etwa an Orten wie einem Museum eignen, wo Besucher Nachrichten mit Informationen über Exponate erhalten könnten. Die Technologie könnte auch in Einkaufszentren eingesetzt werden, um Verbrauchern digitale Produktinformationen oder Coupons zu liefern.

Schutz der Privatsphäre

PHADE schützt die Privatsphäre auf zwei Arten. Zum einen behält es die persönlichen Sensordaten der Nutzer in ihren Smartphones und verwandelt diese Rohdaten so, dass partielle Details ungenau werden. Die Entwickler nannten das System aus diesem Grund PHADE, weil der Unschärfeprozess die Bewegungsdetails der Leute „verblasst“ (engl. fade, dt. verblassen). „PHADE könnte auch von Regierungsbehörden eingesetzt werden, um die öffentliche Sicherheit zu verbessern. Beispielsweise kann eine Regierung Kameras in Gebieten mit erhöhter Kriminalität oder hohem Unfallrisiko einsetzen und bestimmte User vor potenziellen Bedrohungen warnen“, so der mitwirkende Entwickler Siyuan Cao.


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