Russe hackt US-Wahlmaschinen-Zertifizierer

Ein russischer Hacker hat offenbar die US-amerikanische Behörde Election Assistance Commission (EAC) gehackt, die unter anderem für die Zertifizierung von Wahlmaschinen zuständig ist. Er bietet im Untergrund über 100 Zugangsdatensätze an. [...]

Berichtet hat das der IT-Sicherheitsspezialist Recorded Future in seinem Unternehmensblog. Teils haben demnach die Datensätze auch Admin-Rechte und erlauben den Zugriff auf kritische Daten. Die EAC hat einen „möglichen Einbruch“ bestätigt, das FBI ermittelt.
Kritische Daten exponiert
Der EAC zufolge war eine webbasierte Anwendung Ziel des Hacker-Attacke, der laut Recorded Future durchaus erfolgreich war. Der „Rasputin“ genannte Angreifer hat offenbar eine ungepatchte Schwachstelle für eine SQL-Injection ausgenutzt. Damit ist es ihm anscheinend gelungen, über 100 Login-Datensätze zu stehen, deren Passwörter der Hacker auch knacken konnte. Wie tief er wirklich in EAC-Systeme eingedrungen ist, sei unklar. Von den Sicherheitsforschern gefundene Screenshots legen aber nahe, dass Rasputin tatsächlich Zugriff auf Details über Tests von Wahlsystemen und die zugehörige Software erlangt hat.
Recorded Future zufolge hat das Unternehmen seit dem 1. Dezember dieses Jahres online Gemunkel über den EAC-Hack vernommen. Nachforschungen im Cyber-Untergrund legten demnach nahe, dass Rasputin die Schwachstelle an einen Vertreter einer Regierung im Nahen Osten verkaufen wollte. Das Unternehmen hat seine Forschungsergebnisse den US-Bundesbehörden übergeben. Die EAC gibt indes an, dass sie den Zugriff auf die offenbar gehackte App eingestellt habe. Darüber hinaus äußert sich die Behörde aber nicht, sondern verweist auf die laufenden Ermittlungen des FBI.
Gefährliche Vertrauenskrise
Der Recorded-Future-Bericht kommt im Fahrwasser der US-Präsidentenwahl zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Zwar haben die von der grünen Kandidatin Jill Stein beantragten Neuauszählungen in Michigan, Pennsylvania und Wisconsin den Verdacht auf Manipulationen nicht erhärtet. Doch betonen Kritiker, dass das wohl auch an fragwürdigen Praktiken bei der Neuauszählung lag – etwa dem Einsatz von Zählmaschinen, deren Zuverlässigkeit eigentlich infrage stand. Dass offenbar mit der EAC ausgerechnet jene Behörde gehackt wurde, die die umstrittenen Wahlmaschinen zertifiziert, dürfte dem Vertrauen in eben jene nicht unbedingt zuträglich sein.

Mehr Artikel

News

Fünf Mythen über Managed Services 

Managed Services sind ein Erfolgsmodell. Trotzdem existieren nach wie vor einige Vorbehalte gegenüber externen IT-Services. Der IT-Dienstleister CGI beschreibt die fünf hartnäckigsten Mythen und erklärt, warum diese längst überholt sind. […]

News

ESET: MDR-Lösungen für Managed Service Provider

ESET erweitert sein Angebot für seine Managed Service Provider (MSP) und Channel-Partner, um sie angesichts der zunehmend komplexen Bedrohungslandschaft gezielt zu unterstützen. Die neuesten Ergänzungen umfassen den Service „ESET MDR für MSPs“, eine erweiterte KI-gestützte Bedrohungsanalyse durch den ESET AI Advisor sowie flexible Preismodelle für MSP. […]

News

Geniale Handy-Tricks

Smartphones haben etliche Funktionen, die kaum jemand nutzt, aber Ihren digitalen Alltag bereichern können. Wir stellen Ihnen eine Auswahl der besten Geheimtipps vor – sowohl für Android-Smartphones als auch für Apples iPhones. […]

Die Kombination aus interner Mobilität und Ressourcenbeschränkungen führt schnell zu einem Wildwuchs bei den vergebenen Privilegien. (c) Unsplash
Kommentar

6 Wege, wie Privilege Management die Sicherheitslage verbessert

Identitäten, Konten, Computer, Gruppen und andere Objekte benötigen gleichermaßen Zugang zu Ressourcen – limitiert auf die jeweilige Rolle und nur solange der Zugriff tatsächlich gebraucht wird. Dies ist ein grundlegender Bestandteil eines Zero Trust Least Privilege-Modelles und als solcher von AD-Administratoren, IT-Leitern, dem höheren Management und CISOs anerkannt. […]

David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, im Gespräch mit der ITWELT.at. (c) timeline / Rudi Handl
Interview

„Ein resilientes Unternehmen zeichnet sich durch größtmögliche Transparenz aus“

Transparenz, soweit im Sicherheitskontext möglich, ist für David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, ein wichtiger Bestandteil von Unternehmensresilienz. Das fördere die aus dem Verständnis folgende Unterstützung der Mitarbeitenden. Die unternehmerische Resilienz müsse nicht nur technisch, sondern auch kulturell verankert werden: „Denn Resilienz beginnt im Kopf jedes Einzelnen“, sagt Blum im Gespräch mit der ITWELT.at. […]

News

Klassifizierung von KI-Systemen gemäß EU AI Act

Unternehmen, die KI nutzen, sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, um teure Bußgelder zu vermeiden. Der EU AI Act stellt den ersten umfassenden Rechtsrahmen zur Regulierung von KI dar und zielt darauf ab, die Grundrechte der Bürger innerhalb der Europäischen Union zu schützen. Da der EU AI Act KI-Systeme nach Risikostufen klassifiziert und damit spezifische rechtliche Verpflichtungen beinhaltet, ist es für Unternehmen unerlässlich, ihre Systeme korrekt zu kategorisieren. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*