Die Cloud-native Landschaft hat Unternehmen und Technologie in den letzten zehn Jahren verändert, und es ist klar, dass ihre Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Mit Containern, Microservices und Kubernetes an vorderster Front definiert das Ökosystem weiterhin neu, wie Unternehmen Anwendungen erstellen, bereitstellen und verwalten. [...]
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Wird 2025 angesichts der zunehmenden Komplexität das Jahr sein, in dem interne Entwicklerplattformen (Internal Developer Platforms, IDPs) zum Eckpfeiler der Vereinfachung Cloud-nativer Abläufe werden Dieser Frage geht Kubermatic, Experte für Kubernets – und Cloud-Native-Plattformen mit Hauptsitz in Hamburg nach.
Aktuelle Gartner-Prognosen heben hervor, dass „das Container-Management die Unternehmensanforderungen erfüllt oder übertrifft und über die Public Cloud hinaus auf andere Computing-Umgebungen, einschließlich serverloser Angebote, ausgeweitet wird, während gleichzeitig neue KI-Anwendungsfälle unterstützt werden.“
Der Aufstieg serverloser Container
Serverloses Computing ist seit Jahren ein Schlagwort, aber 2025 markiert einen Wendepunkt für seine Synergie mit Containern. Serverlose Container schließen die Lücke zwischen der Effizienz containerisierter Workloads und der Einfachheit des serverlosen Computing. Diese Lösungen bieten eine bedarfsgerechte Skalierbarkeit, ohne dass die zugrundeliegende Infrastruktur verwaltet werden muss, sodass sich Unternehmen auf Innovationen statt auf den betrieblichen Aufwand konzentrieren können.
Laut dem Gartner „Predicts 2025: Container Management Goes Mainstream Report“ werden „bis 2027 mehr als die Hälfte aller Container-Management-Bereitstellungen serverlose Container-Management-Services umfassen, was einen deutlichen Anstieg von weniger als 25 Prozent im Jahr 2024 darstellt“. Da Entwickler weiterhin Flexibilität und Kosteneffizienz fordern, avancieren serverlose Container zum Standardmodell für die Ausführung Cloud-nativer Anwendungen. Diese Entwicklung wird Unternehmen dabei helfen, die Ressourcenzuweisung zu optimieren, Workflows zu rationalisieren und flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren.
KI und ML treffen auf Cloud-native
Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) verändern ganze Branchen, und im Jahr 2025 werden sie einen tiefgreifenden Einfluss auf Cloud-native Ökosysteme haben. KI/ML-Workloads erfordern eine skalierbare, ressourcenintensive Infrastruktur, sodass Container und Kubernetes eine ideale Kombination für diese Technologien darstellen. Der Aufstieg containerisierter KI/ML-Anwendungen wird durch folgende Faktoren vorangetrieben:
- Schnelle Bereitstellung: Container bieten eine konsistente Umgebung zum Trainieren, Testen und Bereitstellen von Modellen.
- Skalierbare Infrastruktur: Kubernetes stellt sicher, dass Workloads dynamisch skaliert werden können, um den Bedarf zu decken.
- Spezialisierte Tools: Technologien wie Kubeflow vereinfachen die Orchestrierung komplexer KI/ML-Workflows.
Unternehmen werden zunehmend Kubernetes-basierte Plattformen einsetzen, um KI/ML-Workloads zu bewältigen, von der prädiktiven Analyse bis hin zur Entscheidungsfindung in Echtzeit. Dieser Trend unterstreicht die wachsende Rolle von Cloud-nativen Lösungen bei der Förderung von Innovationen der nächsten Generation.
Plattform-Engineering: Komplexes mit internen Entwicklerplattformen vereinfachen
Inmitten dieser transformativen Trends wird das Plattform-Engineering zum Bindeglied, das moderne Cloud-native-Strategien zusammenhält. Kubernetes und das umfassendere Cloud-native-Ökosystem haben beispiellose Möglichkeiten eröffnet, aber auch eine erhebliche Komplexität mit sich gebracht. Hier kommen interne Entwicklerplattformen ins Spiel: standardisierte, benutzerfreundliche Plattformen, die den betrieblichen Aufwand abstrahieren und Entwickler stärken sollen.
Eine dieser Plattformen ist die Kubermatic Developer Platform (KDP). KDP optimiert die Softwarebereitstellung und das Servicemanagement durch einen zentralisierten Servicekatalog und macht interne Plattformen intelligenter, schlanker und effizienter. KDP basiert auf kcp, einem Sandbox-Projekt der Cloud Native Computing Foundation (CNCF), bei dem Kubermatic einer der Hauptakteure ist. KDP vereinfacht die Verwaltung von Kubernetes und ermöglicht es Teams, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – Mehrwert zu schaffen, anstatt sich mit der Komplexität der Infrastruktur zu befassen.
Durch die Integration von Best Practices, Sicherheitsmaßnahmen und Observability-Tools in eine kuratierte Self-Service-Erfahrung ermöglichen IDPs es Teams, sich auf die Wertschöpfung zu konzentrieren, ohne sich in den Feinheiten von Kubernetes zu verlieren. Dieser Ansatz vereinfacht nicht nur Arbeitsabläufe, sondern bietet auch eine Grundlage für sichere, skalierbare und effiziente Entwicklungspipelines. Durch Plattform-Engineering wird sichergestellt, dass Unternehmen Cloud-native Technologien effektiv einführen und skalieren können, während sie die Kontrolle behalten und betriebliche Reibungsverluste reduzieren.
Multi-Cloud- und Hybrid-Umgebungen im Mittelpunkt
Die Zukunft gehört zweifellos der Multi-Cloud. Unternehmen gehen über Strategien mit nur einem Anbieter hinaus und setzen auf Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen, um das Beste aus jeder Plattform herauszuholen. Kubernetes ermöglicht diesen Übergang und wird hierbei eine entscheidende Rolle spielen, indem es eine einheitliche Orchestrierungsschicht über öffentliche, private und Edge-Infrastrukturen hinweg bereitstellt. In diesem Jahr ist Folgendes zu erwarten:
- Fortschrittliche Managementlösungen: Steuerungskonsolen und Tools, die für einen nahtlosen Betrieb in mehreren Umgebungen ausgelegt sind.
- Herstellerunabhängige Plattformen: Lösungen, die eine Bindung an einen Anbieter ausschließen und gleichzeitig die Interoperabilität gewährleisten.
- Optimierte Workloads: KI-gestützte Analysen zur Ermittlung der idealen Umgebung für jede Arbeitslast.
Unternehmen werden Flexibilität und Skalierbarkeit priorisieren und Multi-Cloud-Setups nutzen, um Resilienz und Kosteneffizienz zu erreichen.
Demokratisierung von Cloud-nativem Fachwissen
Trotz des transformativen Potenzials stellt das Fachwissen im Zusammenhang mit Containern für viele Unternehmen nach wie vor einen Engpass dar. Zu erwarten ist eine Verlagerung hin zur Demokratisierung von Cloud-nativem Wissen durch:
- Plattform-Engineering-Teams: Zentralisierte Gruppen, die für die Entwicklung und den Support von Infrastrukturplattformen zuständig sind.
- Erweiterte Marktplätze: Anbieter-Ökosysteme, die Container-Tools von Drittanbietern und Kubernetes-Betreibern anbieten, um das Lebenszyklusmanagement zu vereinfachen.
- Schulung und Zertifizierung: Erweiterte Schulungsprogramme zur Überbrückung von Qualifikationslücken und zur Stärkung von IT-Teams.
Da Cloud-native Technologien immer besser zugänglich werden, werden Unternehmen einen größeren Nutzen aus ihren Investitionen ziehen und Innovation und Wachstum beschleunigen.
Edge Computing: Cloud-native wird dezentral
Edge Computing ist keine Nischenlösung mehr. In diesem Jahr wird es ein Eckpfeiler der Cloud-nativen Strategie sein und es Unternehmen ermöglichen, Anwendungen näher an dem Ort einzusetzen und zu verwalten, an dem die Daten generiert werden. Diese Verlagerung ist für Branchen wie den Einzelhandel, die Fertigung und die Telekommunikation von entscheidender Bedeutung, in denen Latenz, Bandbreite und Echtzeitverarbeitung von entscheidender Bedeutung sind. Zu den wichtigsten Entwicklungen, die das Edge Computing vorantreiben, gehören:
- Container am Edge: Leichte containerisierte Workloads bieten einen effizienten Betrieb auf verschiedenen Edge-Geräten.
- Kubernetes am Edge: Einheitliche Steuerungsebenen ermöglichen eine nahtlose Verwaltung von Edge- und Cloud-Umgebungen.
- Datenlokalisierung: Verbesserte Compliance und Sicherheit für Branchen mit strengen Anforderungen an die Datenhoheit.
Die Konvergenz von Edge-Computing und Cloud-nativen Technologien wird die Arbeitsweise von Unternehmen in abgelegenen und verteilten Umgebungen neu definieren und eine beispiellose Agilität und Leistung bieten.
Was dies für Unternehmen im Jahr 2025 bedeutet
Die Prognosen für 2025 spiegeln ein Cloud-natives Ökosystem wider, das leistungsfähiger, flexibler und integrierter ist als je zuvor. Von serverlosen Containern bis hin zu Edge-Computing und KI-gesteuerten Workloads unterstreichen die Trends, die dieses Jahr prägen, die Notwendigkeit für Unternehmen, sich anzupassen und weiterzuentwickeln. Für Unternehmen bedeutet dies:
- Neue Modelle annehmen: Umstellung auf serverlose Container und Edge-Strategien, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Investitionen in KI/ML: Nutzung einer containerisierten Infrastruktur zur Unterstützung datengestützter Entscheidungsfindung.
- Einführung von Multi-Cloud-Architekturen: Priorisierung von Flexibilität und Belastbarkeit bei der Bereitstellung von Workloads.
- Weiterbildung von Teams: Aufbau interner Fachkenntnisse zur vollständigen Nutzung Cloud-nativer Funktionen.
Unternehmen, die sich proaktiv an diese Trends anpassen, werden nicht nur im Jahr 2025 erfolgreich sein, sondern auch die Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg in einer zunehmend digitalen Welt schaffen.
Abschließende Gedanken
Die Trends und Lösungen, die das Jahr 2025 prägen, spiegeln die zunehmende Reife des Cloud-nativen Ökosystems wider. Von serverlosen Containern und KI/ML-Integration bis hin zu Edge Computing und dem Aufkommen von IDPs stehen Unternehmen mehr Tools als je zuvor zur Verfügung, um Innovation und Effizienz voranzutreiben. Für den Erfolg sind jedoch eine klare Strategie, Investitionen in die richtigen Technologien und ein Fokus auf die Vereinfachung der Komplexität durch Plattform-Engineering erforderlich.
Der Blick in die Cloud-native-Kristallkugel macht eines klar: 2025 wird ein Jahr des Wandels, der Zusammenarbeit und des Wachstums sein und die Voraussetzungen für noch größere Fortschritte in den kommenden Jahren schaffen. Jetzt ist es an der Zeit zu handeln, um die Cloud-native-Strategie neu zu gestalten.
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* Sebastian Scheele ist CEO von Kubermatic.
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