Industrieunternehmen in Österreich im Visier

Kaspersky-Jahresanalyse 2023: Jeder achte industrielle Computer betroffen. [...]

Foto: MohamedHassan/Pixabay

In der zweiten Jahreshälfte 2023 blockierten die Sicherheitslösungen von Kaspersky in Österreich auf 12,9 Prozent der industriellen Computer schädliche Objekte. Den Großteil der Bedrohungen machten Internet-Ressourcen auf Denylisten (4,5 Prozent), schädliche Skripte und Phishing-Seiten (4,4 Prozent) sowie schädliche Dokumente (1,4 Prozent) aus. Weiterhin entfielen 1,8 Prozent der gefundenen Bedrohungen auf Spyware. Diese Erkenntnisse gehen aus einer aktuellen Analyse des Kaspersky ICS CERT hervor.

Industrieunternehmen in Österreich sind laut aktueller Analyse des Kaspersky ICS CERT nach wie vor im Visier von Cyberkriminellen: So war knapp jeder achte industrielle Computer in der zweiten Jahreshälfte 2023 von Cyberbedrohungen betroffen (12,9 Prozent).

Cyberbedrohungslandschaft im internationalen Vergleich

Im internationalen Vergleich werden Industrieunternehmen in Österreich und Deutschland deutlich weniger angriffen: Während in Österreich knapp 13 Prozent und im Nachbarland 18,3 Prozent der industriellen Computer betroffen waren, waren es weltweit knapp 32 Prozent.

Weiterhin zeigt die Analyse regionale Unterschiede in der globalen Bedrohungslandschaft. In der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres gab es deutliche regionale Schwankungen im Prozentsatz der industriellen Computer, auf denen schädliche Aktivitäten blockiert wurden. Während in Afrika 38,2 Prozent betroffen waren, lag der Anteil in Nordeuropa lediglich bei 14,8 Prozent.

Weiterhin:

  • Der Prozentsatz der ICS-Computer, auf denen schädliche Objekte im Jahr 2023 blockiert wurden, war im März (16,6 Prozent) am höchsten und im September (12,9 Prozent) am niedrigsten.
  • Der Prozentsatz der ICS-Computer, auf denen schädliche Objekte blockiert wurden, schwankte zwischen 56,6 Prozent im Jemen und 7,4 Prozent in Island.
  • Im Energiesektor stieg der Anteil der angegriffenen ICS-Computer in drei aufeinanderfolgenden Halbjahren: Vom ersten Halbjahr 2022 bis zum ersten Halbjahr 2023 und sank im zweiten Halbjahr 2023 nur um 1,1 Prozentpunkte.
  • Bei Öl und Gas war ein entgegengesetzter Trend zu verzeichnen: Der Prozentsatz der ICS-Computer, auf denen schädliche Objekte blockiert wurden, sank ab dem Jahr 2022 und stieg dann im zweiten Halbjahr 2023 leicht an (um 0,5 Prozentpunkte).  Dies ist die einzige Branche, in der der Prozentsatz im zweiten Halbjahr anstieg.

„Industrieunternehmen in Österreich sind nach wie vor ein beliebtes Ziel für Cyberkriminelle, wie unsere Analyse zeigt“, kommentiert René Bodmer, Head of B2B Switzerland & Austria bei Kaspersky.

„Der – wenn auch leichte – Anstieg angegriffener industrieller Computer sollte IT-Entscheidungsträger aufhorchen lassen: Es ist von großer Bedeutung, dass sie ihre Sicherheitsstrategie überprüfen und auf die aktuelle Bedrohungslage anpassen, um ihre Daten aber auch ihre Reputation zu schützen. Dabei sollten sie auf eine Kombination aus technischer Lösung und Mitarbeiterschulungen setzen.“

Empfehlungen zum Schutz von OT-Computern

  • Regelmäßig Sicherheitsanalysen von OT-Systemen durchführen, um mögliche Cybersicherheitsprobleme zu erkennen und zu beseitigen.
  • Eine kontinuierlichen Schwachstellenbewertung und -sortierung als Grundlage für einen effektiven Schwachstellenmanagementprozess etablieren.
  • Alle Komponenten des OT-Netzes des Unternehmens rechtzeitig aktualisieren. Die Durchführung von Sicherheitsupdates und -patches oder die Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen, sobald dies technisch möglich ist, sind von entscheidender Bedeutung, um einen größeren Vorfall zu verhindern.
  • Ein ICS Threat Intelligence Reporting liefert detaillierte Informationen über schädliche Kampagnen, die auf Industrieunternehmen abzielen, sowie Informationen über Schwachstellen in den gängigsten industriellen Kontrollsystemen sowie den zugrunde liegenden Technologien. Die Berichte werden über ein webbasiertes Portal bereitgestellt, so dass Unternehmen den Service direkt und sofort nutzen können.
  • EDR-Lösungen wie Kaspersky Endpoint Detection and Response Expert einsetzen. Sie helfen bei der frühzeitigen Erkennung, Untersuchung und Behebung komplexer Bedrohungen.
  • Dedizierte OT-Sicherheitsschulungen [5] für IT-Sicherheitsteams und OT-Personal durchführen, durch die das Team fortgeschrittene Angriffstechniken rechtzeitig erkennen und bekämpfen kann.

Der vollständige ICS Threat Landscape Report von Kaspersky ist hier verfügbar.


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