translation4transformation: Wie gelingt die nachhaltige Transformation?

Transformation hin, Veränderung her: Es geht um die Menschen, damit Unternehmen gut performen können. So der Tenor beim zweiten Expert Talk von Great Place to Work® und Better Great Together. der am 22. November 2022 stattfand. [...]

(Quelle: Great Place to Work®)

Wie unterstützen uns Technologien eine bessere Zukunft zu gestalten und wie nehmen wir Menschen mit? So lautete das durchaus umfassende und herausfordernde Thema, dem sich die Expert*innen in der Runde stellten.

Doris Palz, Geschäftsführerin von Great Place to Work® und Initiatorin von Better Great Together moderiert lebhaft durch den Expert Talk. Gleich mit dem Start wird ein wesentliches Thema aufgegriffen: Was beschäftigt Unternehmen, wenn es um die Transformation geht? Wo sind die Herausforderungen

Warum das nicht immer so einfach ist, erklärt Christoph Schmiedinger, Executive Consultant, Transformationsexperte, borisgloger professionals: „Oft nimmt man sich viel zu viel vor. Zudem müssen wir nicht nur fachlich inhaltlich dorthin kommen, sondern auch mit der Expertise und Kultur, die man im Unternehmen hat und das ist eine Herausforderung“.

Über Change Projekte weiß auch Maria Geir, IT-Transformation Expertin & Agile Coach; Gründerin des Start-Ups Octenticity und Entwicklerin der Digital Mental Health App Octa-vita bestens Bescheid: „Man muss mit einem Feel-Good-Faktor arbeiten, dies und ein Gefühl von Sicherheit“ sind oft das Erfolgsgeheimnis.

„Die Erkenntnis, dass man zuerst die Menschen abholen muss, um die Transformation auf die Wege zu bringen, das ist es, worauf es letztendlich ankommt.“

Menschen mitzunehmen in diese Transformation unterstützt auch Nahed Hatahet, CEO von HATAHET productivity solutions, Transformationsexperte, Speaker, Autor und Vizepräsident bei VÖSI: „Am Arbeitsplatz der Zukunft geht es nicht nur um Digitalisierung und Tools“, hier gibt es unendliche Möglichkeiten, „sondern um den Menschen und dass wir den nicht verlieren.“

Bei ihnen bedeutet dies beispielsweise, weg von internen E-Mails hin zu einer kollaborativen Arbeitskultur „und die hat sehr wenig mit Tools zu tun, diese brauchen wir aber und Kulturwandel bedeutet: wir müssen mit den Menschen arbeiten.“

Wenn es um die Zukunft geht, hat auch Maurice Franzl, Geschäftsführer, STI Consulting eine klare Vorstellung: „Man muss darauf achten, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Kommunikation auf Augenhöhe, Respekt, ein Miteinander: das ist für mich die Zukunft, wo es hingehen soll.“ Hier spielt die bewusste Kommunikation eine besondere Rolle, verbal und auch nonverbal.

„Was bedeutet es, wenn ich im Unternehmen ein Meeting habe und die Kamera ausschalte, was löst es im Gegenüber aus?“ führt Maurice Franzl weiter aus.

Für Doris Palz steht eines auch fest: „Wenn ich den Menschen in den Mittelpunkt stelle, geht es ganz stark um den Purpose. Purpose und Nachhaltigkeit gehören unmittelbar zusammen.

Ruth Moss, Head of Marketing & Communications, CRIF Österreich; Initiatorin der ESG Transparency Initiative weiß, worauf es dabei ankommt: „Mindset ist ein ganz wichtiges Thema bei Nachhaltigkeit“ und sie bestätigt die Dringlichkeit „wir müssen ins nachhaltige Wirtschaften kommen.“

Mindset, Kommunikation und Tools

„Wir brauchen Spielregeln, um Verhaltensweisen zu unterstützen.“ So Nahed Hatahet.

Beispielsweise, wenn es darum geht, was ein Chat für Mitarbeitende letztendlich auch bedeutet, welchen Mehrwert dieser in der Arbeit liefern kann. Hier wird das Bewusstsein geschärft: Wenn die Verhaltensänderungen einen Mehrwert liefern, ist die Wahrscheinlichkeit einer Veränderung eben auch höher.

Dabei spielen auch Fehler und Ängste eine wichtige Rolle: Ruth Moss erklärt: „Veränderung heißt immer auch Angst. Wenn wir die Menschen nicht abholen und mitnehmen, bekommen sie Angst und wehren sich.“ Ähnlich verhält es sich auch bei der Nachhaltigkeit, der Handlungsbedarf ist da aber die Angst davor, wo es hingeht, kann eine Bremse sein.

Hier setzt auch Maurice Franzl an: „Wir schaffen diese Angst nur wegzunehmen, wenn eine Fehlerkultur bestehen darf. Wenn ich auch akzeptiert bin, wenn ich Fehler mache.“

Bei Veränderungen geht es zudem um Anreize, so Christoph Schmiedinger: „Es muss auch diesen Anreiz geben, was ist für jeden Einzelnen drinnen ist und weg von der Fehlerkultur hin zur lernenden Organisation.“

Menschen in der Transformation befähigen

„Wenn ich Menschen befähige in die Kommunikation einzugehen, Grenzen zu setzen, dann fördere ich damit die Kommunikationskultur. Wenn ich Menschen dazu ermutige, ihr inneres Kind wieder frei laufen zu lassen, dann stärke ich damit Innovation und neue Lösungen. Somit ist für mich jede Investition in den Faktor Mensch, in die psychische Gesundheit, eine Investition in das Unternehmen.“ so Maria Geir.

Dabei spielt Nachhaltigkeit eine besondere Rolle, insbesondere bei der jüngeren Generation.

„Da helfen nicht einzelne Projekte, sondern da geht es um eine Grundhaltung in der Nachhaltigkeit und zu nachhaltigem Wirtschaften. Der Impact muss gemessen werden. Wenn ich es schaffe, Nachhaltigkeit messbar zu machen, dann weiß ich auch, wie gut ich bin und wo ich muss mich verbessern muss. Da geht es nicht nur um die ökologische Nachhaltigkeit, sondern im Sinne der ESG:“ erläutert Ruth Moss.

Trotz der Betrachtung des Themas aus mehreren Perspektiven sind sich die Expertinnen einig:

  • Technologie ist dazu da, um Menschen das (Arbeits-)Leben zu erleichtern. Als Beispiel sei ein Chatbot genannt, der beim Onboarding unterstützt.
  • Purpose ist ein must have für ArbeitgeberInnen, die Mitarbeiterinnen finden und als
    Menschen binden wollen.
  • Es ist wichtig, die Wahrnehmung für psychische Belastungen der Menschen am Arbeitsplatz
    zu schärfen, um rechtzeitig unterstützen zu können.

Livestream verpasst? Hier geht’s zum Blog und zu den Aufnahmen: https://www.greatplacetowork.at

Im letzten Expert Talk am 6.12. um 15 Uhr online gilt die Aufmerksamkeit den Millennials: Alles ist
möglich, aber nichts ist von Dauer Wie gewinnen und binden wir Millennials?

Wer online mit dabei sein möchte, kann sich einfach kostenlos über diesen Link registrieren und über den Chat Fragen stellen: https://content.greatplacetowork.at/roadshow-2022


Mehr Artikel

Raiffeisen Bank International etabliert internationales FinTech-Scout-Netzwerk. (c) Unsplash
News

RBI setzt auf globale FinTech-Scouts

Die Raiffeisen Bank International (RBI) verstärkt ihre Bemühungen im Bereich Finanzinnovationen durch die Etablierung eines global verteilten Teams von FinTech-Scouts. Diese Experten sollen Marktentwicklungen und neue Geschäftsmodelle aufzeigen sowie direkten Zugang zu relevanten Technologieanbietern weltweit ermöglichen. […]

News

Hightech-Crime-Report: Advanced Persistent Threats setzen Europa unter Druck

Mit einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahmen betrügerische Machenschaften 2024 weltweit zu. Europäische Finanzdienstleister waren mit 34 Prozent aller Betrugsfälle am stärksten betroffen, gefolgt von der Transportbranche und dem Regierungs- und Militärsektor. Auch bei Phishing-Angriffen setzte sich der Aufwärtstrend fort: Mehr als 80.000 Phishing-Websites wurden 2024 enttarnt – ein Anstieg um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. […]

News

Fünf Mythen über Managed Services 

Managed Services sind ein Erfolgsmodell. Trotzdem existieren nach wie vor einige Vorbehalte gegenüber externen IT-Services. Der IT-Dienstleister CGI beschreibt die fünf hartnäckigsten Mythen und erklärt, warum diese längst überholt sind. […]

News

ESET: MDR-Lösungen für Managed Service Provider

ESET erweitert sein Angebot für seine Managed Service Provider (MSP) und Channel-Partner, um sie angesichts der zunehmend komplexen Bedrohungslandschaft gezielt zu unterstützen. Die neuesten Ergänzungen umfassen den Service „ESET MDR für MSPs“, eine erweiterte KI-gestützte Bedrohungsanalyse durch den ESET AI Advisor sowie flexible Preismodelle für MSP. […]

News

Geniale Handy-Tricks

Smartphones haben etliche Funktionen, die kaum jemand nutzt, aber Ihren digitalen Alltag bereichern können. Wir stellen Ihnen eine Auswahl der besten Geheimtipps vor – sowohl für Android-Smartphones als auch für Apples iPhones. […]

Die Kombination aus interner Mobilität und Ressourcenbeschränkungen führt schnell zu einem Wildwuchs bei den vergebenen Privilegien. (c) Unsplash
Kommentar

6 Wege, wie Privilege Management die Sicherheitslage verbessert

Identitäten, Konten, Computer, Gruppen und andere Objekte benötigen gleichermaßen Zugang zu Ressourcen – limitiert auf die jeweilige Rolle und nur solange der Zugriff tatsächlich gebraucht wird. Dies ist ein grundlegender Bestandteil eines Zero Trust Least Privilege-Modelles und als solcher von AD-Administratoren, IT-Leitern, dem höheren Management und CISOs anerkannt. […]

David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, im Gespräch mit der ITWELT.at. (c) timeline / Rudi Handl
Interview

„Ein resilientes Unternehmen zeichnet sich durch größtmögliche Transparenz aus“

Transparenz, soweit im Sicherheitskontext möglich, ist für David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, ein wichtiger Bestandteil von Unternehmensresilienz. Das fördere die aus dem Verständnis folgende Unterstützung der Mitarbeitenden. Die unternehmerische Resilienz müsse nicht nur technisch, sondern auch kulturell verankert werden: „Denn Resilienz beginnt im Kopf jedes Einzelnen“, sagt Blum im Gespräch mit der ITWELT.at. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*