US-Gericht setzt Blogs mit Medien gleich

Blogs sind Medien grundsätzlich gleich. Das hat ein Berufungsgericht in Florida anlässlich eines Prozesses gegen einen Blogger festgestellt. [...]

In dem Verfahren ging es um die Frage, ob ein Gesetz anwendbar ist, dass nur Medien schützt bei Klagen wegen übler Nachrede. In der Urteilsbegründung heißt es: „Es ist kaum zu leugnen, dass das Aufkommen des Internets als ein Medium und das Entstehen von Blogs als ein Mittel der freien Verbreitung von Nachrichten und öffentlicher Meinung einen Wandel darstellt.“

Die Richter vertreten eine klare Position: „Der Einfluss von Blogs ist so groß geworden, dass sich selbst traditionell definierte Grundlagen des Journalismus ändern und Journalisten immer mehr die Mittel und Techniken von Bloggern benutzen – und umgekehrt.“ Auch Kommunikationsexperte Klaus Eck bestätigt gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext, dass zumindest einige Blogs als Medien qualifizierbar sind: „Es gibt etwa gute politische Blogs wie Netzpolitik.org. Blogs funktionieren grundsätzlich wie Medien, mit den gleichen Regeln.“

Wenn ein Blogger mit viel Expertise zu einem Thema schreibe, könne er wie die herkömmliche Presse eine große Öffentlichkeit erreichen. „Auch hier zahlt sich Professionalität in der Höhe der Reichweite aus“, betont er. Dabei gebe es grundsätzlich keinen Unterschied zu herkömmlichen Journalisten. Teilweise seien Blogger sogar tiefer mit einem Thema vertraut und könnten fachkundiger berichten, etwa weil sie sich in ihrer Freizeit schon damit beschäftigt hätten.

„Außerdem bloggen ja viele Journalisten auch, insofern gibt es da keine klare Abgrenzung“, sagt Eck. Allerdings schränkt er ein: Nur wenige der vielen existierenden Blogs seien mit Medien vergleichbar, denn oft hätten die Autoren eben nicht die nötigen Kenntnisse. An sich gelte aber wie bei herkömmlichen Medien: „Wenn jemand seine Aufgabe gut macht, erreicht er auch die entsprechende Öffentlichkeit.“ Insbesonders Fachblogs, etwa zu Mode, seien erfolgreich, denn dort seien die Autoren oft Experten.

Auch in dem Gerichtsurteil heißt es: „Es gibt viele herausragende Blogs von sehr kenntnisreichen Personen, die wir lesen, um Neuigkeiten zu kürzlichen Entwicklungen zu bekommen und denen wir zutrauen, uns deren Bedeutung sachkundig erklären zu können. Andere Blogs durchlaufen die ganze Skala der Qualität von Fachwissen, Erklärungen und gerechter Behandlung ihrer Themen.“ Entsprechend sei nicht jeder Blog ein Medium, der im Prozess vorliegende http://publicintellectual.wordpress.com aber schon. (pte)


Mehr Artikel

News

Fünf Mythen über Managed Services 

Managed Services sind ein Erfolgsmodell. Trotzdem existieren nach wie vor einige Vorbehalte gegenüber externen IT-Services. Der IT-Dienstleister CGI beschreibt die fünf hartnäckigsten Mythen und erklärt, warum diese längst überholt sind. […]

News

ESET: MDR-Lösungen für Managed Service Provider

ESET erweitert sein Angebot für seine Managed Service Provider (MSP) und Channel-Partner, um sie angesichts der zunehmend komplexen Bedrohungslandschaft gezielt zu unterstützen. Die neuesten Ergänzungen umfassen den Service „ESET MDR für MSPs“, eine erweiterte KI-gestützte Bedrohungsanalyse durch den ESET AI Advisor sowie flexible Preismodelle für MSP. […]

News

Geniale Handy-Tricks

Smartphones haben etliche Funktionen, die kaum jemand nutzt, aber Ihren digitalen Alltag bereichern können. Wir stellen Ihnen eine Auswahl der besten Geheimtipps vor – sowohl für Android-Smartphones als auch für Apples iPhones. […]

Die Kombination aus interner Mobilität und Ressourcenbeschränkungen führt schnell zu einem Wildwuchs bei den vergebenen Privilegien. (c) Unsplash
Kommentar

6 Wege, wie Privilege Management die Sicherheitslage verbessert

Identitäten, Konten, Computer, Gruppen und andere Objekte benötigen gleichermaßen Zugang zu Ressourcen – limitiert auf die jeweilige Rolle und nur solange der Zugriff tatsächlich gebraucht wird. Dies ist ein grundlegender Bestandteil eines Zero Trust Least Privilege-Modelles und als solcher von AD-Administratoren, IT-Leitern, dem höheren Management und CISOs anerkannt. […]

David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, im Gespräch mit der ITWELT.at. (c) timeline / Rudi Handl
Interview

„Ein resilientes Unternehmen zeichnet sich durch größtmögliche Transparenz aus“

Transparenz, soweit im Sicherheitskontext möglich, ist für David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, ein wichtiger Bestandteil von Unternehmensresilienz. Das fördere die aus dem Verständnis folgende Unterstützung der Mitarbeitenden. Die unternehmerische Resilienz müsse nicht nur technisch, sondern auch kulturell verankert werden: „Denn Resilienz beginnt im Kopf jedes Einzelnen“, sagt Blum im Gespräch mit der ITWELT.at. […]

News

Klassifizierung von KI-Systemen gemäß EU AI Act

Unternehmen, die KI nutzen, sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, um teure Bußgelder zu vermeiden. Der EU AI Act stellt den ersten umfassenden Rechtsrahmen zur Regulierung von KI dar und zielt darauf ab, die Grundrechte der Bürger innerhalb der Europäischen Union zu schützen. Da der EU AI Act KI-Systeme nach Risikostufen klassifiziert und damit spezifische rechtliche Verpflichtungen beinhaltet, ist es für Unternehmen unerlässlich, ihre Systeme korrekt zu kategorisieren. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*