Verbraucher lassen Frust im Social Web raus

Immer mehr junge Konsumenten sind bereit, ihrem Frust über Produktmängel oder einen schlechten Kundenservice online im Social Web Luft zu machen, wie eine aktuelle Erhebung des weltweit agierenden Versicherers XL Group ergeben hat. [...]

Demnach ist bereits die Hälfte der 18- bis 34-Jährigen gewillt, sich direkt bei den Unternehmen öffentlich zu beschweren. Ein Viertel hat dies bereits getan, weist die Studie für Großbritannien aus. Nichtsdestotrotz werden die traditionellen Wege der Kundenbeschwerde aufrechterhalten und nicht durch das Web 2.0 ersetzt. So versucht der Großteil der unzufriedenen Kunden, sich erst einmal persönlich dort zu beschweren, wo das Produkt gekauft wurde. Alternativ dazu werden nach wie vor Telefon-Hotlines genutzt. Und dennoch: Immerhin ein Drittel der Kunden, die in der Vergangenheit diesen Weg gegangen sind, versuchen nun online ihre Kritik anzubringen.

„Da immer mehr Menschen die Nutzung von Social Media in ihren Alltag integrieren, werden sie diese Kanäle wahrscheinlicher dazu verwenden, um mit den Unternehmen und Marken zu interagieren“, erklärt Ed Mitchell, Chief Underwriting Officer bei der XL Group. Der Experte gibt zu bedenken, dass Unternehmen sich zwar über viele Likes und Fans freuen dürfen, aber auch stets dafür Sorge tragen müssen, im Falle geäußerter Kritik schnell antworten zu können.

Ähnlich sieht dies auch Daniel Graf von der Agentur Feinheit im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext. „Dinge zu löschen oder Sachen zu kaschieren, sind die größten Fehler, die man im Social Web machen kann. Die User merken das, was sofort Empörung erzeugt. Auch sollten sich Unternehmen davon verabschieden zu glauben, dass man abtauchen kann und einige Stunden nichts zum Beispiel zu einem Vorwurf zu sagen“, sagt der Kommunikationsexperte.

Vor allem Lebensmittelketten sollten gegen Shitstorms aus dem Social Web gewappnet sein. Davon, wie Konzerne beispielsweise mit Rückrufaktionen oder internen Skandalen umgehen, hängt die Reputation und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ab. Nicht zuletzt ist davon auch die Loyalität der Kunden zu einem Produkt oder einer Marke abhängig. Darin besteht jedoch noch Nachholbedarf. Denn 16 Prozent beklagen nicht zufriedenstellende Antworten. (pte)


Mehr Artikel

News

Fünf Mythen über Managed Services 

Managed Services sind ein Erfolgsmodell. Trotzdem existieren nach wie vor einige Vorbehalte gegenüber externen IT-Services. Der IT-Dienstleister CGI beschreibt die fünf hartnäckigsten Mythen und erklärt, warum diese längst überholt sind. […]

News

ESET: MDR-Lösungen für Managed Service Provider

ESET erweitert sein Angebot für seine Managed Service Provider (MSP) und Channel-Partner, um sie angesichts der zunehmend komplexen Bedrohungslandschaft gezielt zu unterstützen. Die neuesten Ergänzungen umfassen den Service „ESET MDR für MSPs“, eine erweiterte KI-gestützte Bedrohungsanalyse durch den ESET AI Advisor sowie flexible Preismodelle für MSP. […]

News

Geniale Handy-Tricks

Smartphones haben etliche Funktionen, die kaum jemand nutzt, aber Ihren digitalen Alltag bereichern können. Wir stellen Ihnen eine Auswahl der besten Geheimtipps vor – sowohl für Android-Smartphones als auch für Apples iPhones. […]

Die Kombination aus interner Mobilität und Ressourcenbeschränkungen führt schnell zu einem Wildwuchs bei den vergebenen Privilegien. (c) Unsplash
Kommentar

6 Wege, wie Privilege Management die Sicherheitslage verbessert

Identitäten, Konten, Computer, Gruppen und andere Objekte benötigen gleichermaßen Zugang zu Ressourcen – limitiert auf die jeweilige Rolle und nur solange der Zugriff tatsächlich gebraucht wird. Dies ist ein grundlegender Bestandteil eines Zero Trust Least Privilege-Modelles und als solcher von AD-Administratoren, IT-Leitern, dem höheren Management und CISOs anerkannt. […]

David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, im Gespräch mit der ITWELT.at. (c) timeline / Rudi Handl
Interview

„Ein resilientes Unternehmen zeichnet sich durch größtmögliche Transparenz aus“

Transparenz, soweit im Sicherheitskontext möglich, ist für David Blum, Defense & Security Lead bei Accenture, ein wichtiger Bestandteil von Unternehmensresilienz. Das fördere die aus dem Verständnis folgende Unterstützung der Mitarbeitenden. Die unternehmerische Resilienz müsse nicht nur technisch, sondern auch kulturell verankert werden: „Denn Resilienz beginnt im Kopf jedes Einzelnen“, sagt Blum im Gespräch mit der ITWELT.at. […]

News

Klassifizierung von KI-Systemen gemäß EU AI Act

Unternehmen, die KI nutzen, sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, um teure Bußgelder zu vermeiden. Der EU AI Act stellt den ersten umfassenden Rechtsrahmen zur Regulierung von KI dar und zielt darauf ab, die Grundrechte der Bürger innerhalb der Europäischen Union zu schützen. Da der EU AI Act KI-Systeme nach Risikostufen klassifiziert und damit spezifische rechtliche Verpflichtungen beinhaltet, ist es für Unternehmen unerlässlich, ihre Systeme korrekt zu kategorisieren. […]

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*