Das Cybercrime Competence Center warnt vor per E-Mail zugestellten Rechnungen über die Registrierung einer Internet-Domäne, die derzeit im Posteingang österreichischer Firmen und Privatpersonen landen. [...]
Immerhin handelt es sich „nur“ um Betrugsversuche, und nicht um eine Malware-Kampagne: Laut dem Cybercrime Competence Center erhalten derzeit zahlreiche Firmen und Privatpersonen E-Mails von „.AT Domain Hosting“ und der Absenderadresse info@austriadomainhost.com. Im Anhang der E-Mail befindet sich eine PDF-Rechnung, welche eine offene Forderung in der Höhe von 159 Euro für eine Domain-Registrierung 2015/2016 aufweist. Als Rechnungssteller scheint „Austria Domain Hosting“ auf, die angeführte telefonische Kundendienst-Hotline ist erfunden und existiert nicht. Als weitere Kontaktmöglichkeit wird die Mail-Adresse info@austriadomainhosting.at angeführt.
Die Zahlung selbst soll auf ein Bankkonto in Spanien erfolgen, vermutlich auf das Konto eines „Money-Mule“ (auf deutsch Geldesel). Dabei handelt es sich um oft ahnungslose Mittelmänner, die über Spam-Mails angeworben werden. Geködert werden sie mit einem lukrativen Job-Angebot oder der Möglichkeit, mit dubiosen, aber angeblich völlig legalen, Finanztransaktionen ein Vermögen zu verdienen. Tatsächlich waschen sie dabei das Geld der Kriminellen.
Im kleingedruckten Zusatztext am Ende der Rechnung wird darauf hingewiesen, dass es sich bei der vorliegenden Rechnung um ein „Angebot“ handelt; auf diese Weise versuchen die Absender bereits im Vorfeld gerichtlichen Anzeigen und dem Betrugsverdacht entgegen zu wirken.
Die Registrierung der Domäne austriadomainhosting.at lautet laut dem Cybercrime Competence Center auf eine Firma in Norwegen / Oslo, bei austriadomainhost.com fehlen diese Angaben zur Gänze. Beide Domänen verweisen auf den großen Anbieter GoDaddy.com in den US. Daher könnedavon ausgegangen werden, dass sämtliche bei der Registrierung angeführte Daten gefälscht sind.
Die bisher in der österreichischen Meldestelle eingelangten „Rechnungen“ sind allesamt ident, eine Überprüfung der angehängten PDF-Rechnung auf Schadsoftware via Internet verlief negativ.
Das Cybercrime Competence Center empfiehlt in diesem Zusammenhang Vorgangsweisen, die auch sonst vernünftig sind:
- Zusendungen von Ihnen unbekannten Firmen und Personen sollten Sie besonders achtsam behandeln, im Zweifelsfalle sofort löschen
- Auch wenn in diesem Fall offenbar keine Malware versteckt wurde: Keinesfalls sollen in solchen Schreiben angehängte Dateien sorglos geöffnet werden. Selbst der beste Virenschutz kann bei neuer Schadsoftware versagen.
- Informieren Sie Ihre Mitarbeiter, insbesondere wenn diese mit Zahlungs- und Buchungsaufgaben betraut sind, über diese Art der Betrugsmöglichkeit
- Sind Sie Betroffener und haben die Überweisung bereits veranlasst, dann halten Sie Rücksprache mit Ihrem Bankinstitut und erörtern Sie die Möglichkeit einer Rückbuchung.
- Wenn Sie geschädigt wurden, erstatten Sie bitte umgehend eine Anzeige auf einer Polizeiinspektion. (pi)
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