Tüftler baut „langsamsten Linux-Rechner der Welt“

Der aus Russland stammende und in Kalifornien lebende Bastler Dmitry Grinberg hat den nach eigenen Angaben welt-langsamsten Linux-Rechner erschaffen. [...]

Das selbst auf eine Leiterplatte aufgelötete System verwendet nur wenige, sehr einfache Elemente. Die eingesetzte Distribution, Ubuntu, läuft von einer SD-Karte mit der Kapazität von einem Gigabyte und benötigt vier Stunden, um zu starten.
Die Komponenten entstammen einer anderen Zeit. Zum Einsatz kommt ein 8-Bit-RISC-Microcontroller des Typs Atmega 1284p, der mit 24 Megahertz taktet und auf einen eigenen Speicher von 128 Kilobyte und 16 Kilobyte Arbeitsspeicher zugreift.
Linux setzt jedoch gewisse Anforderungen, um überhaupt laufen zu können. Darunter fallen eine 32-Bit-Prozessorarchitektur sowie ein Arbeitsspeicherminimum. Letzteres erfüllte Grinberg mit einem alten 16-Megabyte-Riegel. Um die vorgesehene CPU einsetzen zu können, musste er jedoch einen Emulator schreiben.
Die Simulation eines 32-Bit-Prozessors ist für einen Chip mit geringerer Rechentiefe jedoch sehr aufwendig. Das Unterfangen, einen ARMv5TE-Prozessor zu emulieren, ist dem Computertechniker zwar geglückt, praktisch liegt die Rechenleistung seines Systems damit bei gerade einmal 6,5 Kilohertz. Die Verbindung zum SD-Kartenleser ist rein Pin-basiert und erreicht eine Transferrate von rund 200 Kilobyte pro Sekunde.
Das grafische Interface ist auf ein Minimum reduziert, nach der mehrstündigen Hochfahrprozedur ist das Ergebnis laut Grinberg besser als erwartet. „Faszinierenderweise ist das System sogar einigermaßen benutzbar, sobald es einmal gebootet hat. Ich habe es sogar schon verwendet, um eine SD-Karte zu formatieren“, schreibt er auf seiner Website.
Wie ein Demonstrationsvideo zeigt, erfolgt die Bedienung des ultralangsamen Computers über die Kommandozeile. „Es ist nicht das schnellste Gerät, aber ich denke, es könnte der billigste, langsamste, am einfachsten zu bauende Low-End-Linux-PC mit den wenigsten Bauteilen sein. Alles ist per Hand auf das Board gelötet, nicht einmal ein Schaltplan wird benötigt“, so der Tüftler abschließend. (pte)


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